Fortbildung: Systemische Coaching-Kompetenz
Wenn Sie Ihre professionelle Coaching-Kompetenz erweitern oder Mitarbeitende im sozialen Bereich gezielt stärken möchten,
können Sie sich für die Fortbildung an der HAW Hamburg anmelden oder diese als passgenaue Inhouse-Schulung direkt für Ihre Organisation bei mir buchen.
Die Fortbildung vermittelt die wesentlichen Kriterien der systemischen Theorie und Haltung sowie wirksame Methoden - und das mit einem hohen Anteil an praktischen Übungen.
Ziele der Fortbildung
- Sie gestalten Beratungsgespräche sicher, klar und wirkungsvoll.
- Sie verfügen über ein vielfältiges Repertoire systemischer Interventionen und setzen diese gezielt ein.
- Sie klären Aufträge und Ziele souverän und auf Basis einer professionellen Haltung.
- Sie arbeiten mit fundierten, wissenschaftlich fundierten Coaching-Methoden.
- Sie fördern nachhaltige, tragfähige Lösungen in komplexen Beratungskontexten.
Für Fachkräfte aus dem Non-Profit-Bereich
Angesprochen sind Fachkräfte aus dem sozialen und gesundheitlichen Bereich mit Beratungspraxis, die ihre Kompetenzen systemisch erweitern möchten – insbesondere dann, wenn bisher keine spezifische Beratungsausbildung absolviert wurde.
Seminartag 1 – Systemisches Arbeiten verstehen und anwenden
Der erste Seminartag führt in die Grundlagen systemischen Denkens und Handelns ein und legt den Fokus auf den unmittelbaren Praxistransfer.
- Einführung in systemische Theorie und Beratung
- Professionelle Haltung und Rollenklarheit im Beratungsprozess
- Zentrale Grundtechniken des systemischen Coachings
- Gestaltung des Beratungsprozesses vom Erstkontakt bis zum Contracting
(Anlass, Anliegen, Auftrag, Kontrakt) - Zielklärung als zentrales Element systemischer Beratung
- Systemische Fragetechniken
- Methodenkoffer I mit Praxisübungen
(u. a. Fragetechniken, Methoden der Zielklärung, Skalierungen, Entscheidungscoaching)
Seminartag 2 – Systemische Methoden differenziert einsetzen
Am zweiten Seminartag steht die vertiefte Arbeit mit systemischen Interventionen und deren passgenauer Einsatz in unterschiedlichen Beratungskontexten im Mittelpunkt.
- Musterbildung und Mustererkennung in Systemen
- Entwicklung und Nutzung systemischer Hypothesen
- Überblick über systemische Interventionen
- Gestaltung wirksamer Schlussinterventionen
- Methodenkoffer II mit Praxisübungen
(u. a. Systembrett, Aufstellungen, Skulpturarbeit, Reflecting Team, Arbeit mit Ego-States, Arbeit mit dem leeren Stuhl) - Reflexion des Gelernten und Übertragung in die berufliche Praxis
„Mit Coaching-Kompetenz Beratungsgespräche erfolgreicher führen"
Nicola Pantelias ist systemische Supervisorin, Coach und Organisationsentwicklerin sowie ehemalige Geschäftsführerin mehrerer gemeinnütziger Unternehmen. Für den Campus Weiterbildung der HAW Hamburg hat sie das Seminar „Mit Coaching-Kompetenz Beratungsgespräche erfolgreicher führen“ entwickelt.
Im Interview erläutert Nicola Pantelias Inhalte, Ziele und Nutzen dieser neuen Weiterbildung.
Frau Pantelias, systemisches Coaching gilt mittlerweile als erfolgreichste Form, Klient*innen in kurzer Zeit neue Denk- und Handlungsmöglichkeiten vor Augen zu führen. Wie genau funktioniert diese Methode?
Der oder die systemische Coach arbeitet stets auf der Grundlage der systemischen Haltung und Theorie. Das heißt z.B., dass ich als Coach die Klient*innen anerkenne mit ihrer eigenen Persönlichkeit und ihrem Weg, Probleme zu lösen. Ich oktroyiere ihnen nicht meine eigenen Lösungsideen auf. Ich kann aber mit Hilfe gezielter Techniken und Fragen den Rahmen verändern, durch den die Person ihr Problem betrachtet. Das nennt man auch Reframing. Fragen nach dem Sinn des Problems oder nach Situationen, die Ausnahmen darstellen, verändern z.B. den Fokus und die Art des Betrachtens. Das systemische Coaching soll außerdem alte Muster des Denkens und Handelns irritieren und neue Lösungsansätze fördern und bestärken. Die Methoden sind umso wirksamer, je stärker sie das Verhalten, das Gefühl, das Körpererleben und die Gedanken beteiligen.
Welche Werkzeuge setzen Sie ein?
Mit Materialien wie beispielsweise dem Systembrett, Seilen und Fotokarten lassen sich ein Prozess, eine Gruppe von Menschen oder die eigenen Gefühle auch ohne Worte im Coachingprozess darstellen und anschließend betrachten. So gewinnt der/die Klient*in Distanz von der eigenen Problematik und kann sich häufig für einen neuen und anderen Lösungsweg entscheiden.
Aus welchen Gründen genau ist systemisches Coaching so effizient?
Das systemische Coaching konzentriert sich nicht lange auf die Ursache für die jeweilige Problematik, sondern schaut nach vorne zu den möglichen Lösungen. Diese konsequente Ausrichtung auf das „Wie kann es denn gehen?“ und nicht auf das „Warum funktioniert es nicht?“ oder „Wer ist schuld daran?“ wirkt Wunder. Denn die Ursache eines Konfliktes herauszufinden, fördert häufig nicht die Problemlösung. Als Coach arbeite ich zwar im Hintergrund mit Hypothesen zum Problem, die mich dann wiederum zur Anwendung bestimmter Fragestellungen oder Methoden veranlassen. Es geht aber immer darum, die bereits vorhandenen Ressourcen der Klient*innen zu aktivieren, mit denen sie das Thema gut bearbeiten können. Auch der Blick auf das bereits Erreichte oder das in anderen Situationen schon einmal Errungene ist dafür sehr förderlich. Diese Grundhaltung im systemischen Coaching gibt auch den Coaches Kraft und Zuversicht, die sich wiederum positiv auf den Prozess auswirkt.
Wie gehen Sie hier vor?
In einem Coaching- oder Beratungsprozess kommen Menschen mit ganz unterschiedlichen Problemen auf mich zu und haben häufig das Gefühl, dass sie diese Situation nicht mehr alleine gelöst bekommen. Für diesen Prozess suchen sie professionelle Begleitung und Unterstützung, um das Problem zu eliminieren. Ich frage dann nach, wie das Problem genau aussieht und wann es auftaucht, wie es sich anfühlt und wer es noch wahrnimmt. Bemerke ich, dass eine größere Distanz zur eigenen Problematik mehr Klarheit bringen würde, setze ich gern das Systembrett ein.